Der Autarkiegrad beschreibt, welcher Anteil des Gesamtstromverbrauchs im Gebäude durch die eigene Erzeugung gedeckt wird. Er ist nicht identisch mit der Eigenverbrauchsquote: Die Quote bezieht sich auf die Erzeugung, der Autarkiegrad auf den Verbrauch. Ein hoher Autarkiegrad bedeutet nicht, dass ein Gebäude vom Netz getrennt wäre.
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Beispiel aus der Praxis
Ein Gebäude verbraucht im Jahr beispielsweise 100.000 kWh. Davon stammen 30.000 kWh direkt aus der eigenen PV-Anlage. Der Autarkiegrad beträgt dann 30 Prozent. Die Anlage kann deutlich mehr erzeugt haben, der Überschuss ging dann ins Netz und taucht hier nicht auf. Die Werte sind erfundene Beispielwerte.
Was das konkret bedeutet
Der Autarkiegrad zeigt, wie unabhängig ein Gebäude vom Strombezug ist, und wird häufig in der Kommunikation gegenüber Mietern oder in ESG-Berichten verwendet. Er sollte stets mit Zeitraum und Methode genannt werden. Hohe Werte erfordern meist Speicher oder flexible Lasten, was zusätzliche Investitionen bedeutet.
Abgrenzung
Die Eigenverbrauchsquote und der Autarkiegrad sind zwei Seiten derselben Messung. Die Quote fragt, wie viel vom Erzeugten genutzt wird, der Autarkiegrad, wie viel vom Verbrauchten selbst erzeugt wurde. Beide Werte lassen sich gegenläufig verändern.
Berechnung und Aussage
Der Autarkiegrad setzt die selbst erzeugte und direkt genutzte Strommenge ins Verhältnis zum Gesamtverbrauch des Gebäudes. Er zeigt, wie unabhängig das Gebäude vom Netzbezug ist, und steigt mit größerer Anlage, mehr Tagesverbrauch oder einem Speicher.
Nicht mit der Eigenverbrauchsquote verwechseln
Die Eigenverbrauchsquote bezieht sich auf die Erzeugung, der Autarkiegrad auf den Verbrauch. Eine große Anlage kann einen hohen Autarkiegrad erreichen und dennoch viel einspeisen. Für Wirtschaftlichkeitsrechnungen und ESG-Berichte sollten beide Kennzahlen mit klarer Methode ausgewiesen werden.

